Die Farnesiana

Das gesamte Gebiet der Farnesiana ist nicht nur ein Naturparadies, sondern auch reich an bemerkenswerten historischen Zeugnissen. An erster Stelle erwähnenswert ist die verlassene Stadt Leopoli-Cencelle, die von Archäologen als das Pompeji des Mittelalters bezeichnet wird. Leopoli wurde von Papst Leo IV im neunten Jahrhundert n.Chr. gegründet und bot den Menschen aus Civitavecchia Schutz, als diese vor der Invasion der Sarazenen flohen. Es handelt sich hier um einen Ort, der im Mittelalter entstand und starb. Sie können daher ein mittelalterliches Dorf erleben, welches keine städtebaulichen und architektonischen Einflüsse der nachfolgenden Epochen aufweist.
Ein Stück weiter in Richtung Allumiere befindet sich der Ort Farnesiana mit einem Renaissance-Haus aus dem Besitz der Familie Farnese. Ganz in der Nähe befindet sich die verlassene Kirche S. Maria della Farnesiana.
Für Abenteurer empfehlen wir einen Ausflug zur archäologischen Stätte von Luni sul Mignone, dem ältesten Ort der Villanova-Region, welcher sich gleich neben dem Fluss Mignone befindet.

Tarquinia

Eine weitere wichtige Attraktion ist die Stadt Tarquinia mit ihrem historischen Zentrum, nur zehn Minuten mit dem Auto vom Casale entfernt. Charakteristisch sind sowohl die zahlreichen mittelalterlichen Türme und die schönen romanischen Kirchen als auch die antiken, etruskischen Funde, insbesondere die Nekropole mit den bemalten Gräbern. Man entdeckt hier ein einzigartiges, von der UNESCO anerkanntes Erbe, indem man einen Rundgang vorbei an 19 von griechischen Meistern bemalten Gräbern macht. Dort findet man Darstellungen von Szenen aus dem Leben und den Geheimnissen der faszinierenden vorrömischen Einwohner.
Zu empfehlen sind die Gräber von Caccia und Pesca („Grab der Jagd und Fischerei“), das Bartoccini-Grab und das Tomba die Leopardi („Grab der Leoparden“) sowie die Gräber ausserhalb der klassischen Gräberroute. Diese sind nur mit zugelassenen Führern möglich. Bei dieser Tour sehen Sie die Gräber der Wünsche (degli Auguri), der Stiere (dei Tori), des Barons (del Barone) und den Fondo Scataglini.
Ebenfalls einen Besuch wert ist das Nationale Archäologische Museum (Museo Archeologico Nazionale), das sich im Renaissance-Palast Vitelleschi befindet. Das Museum beherbergt einige der wichtigsten Zeugnisse aus der etruskischen Kultur, darunter die Skulpturengruppe der geflügelten Pferde und viele Keramiken mit klassischen roten oder schwarzen Figuren.
Für Besucher die sich gerne, ohne vorher festgelegte Route, auf schwierigere Ausflüge einlassen wollen, könnte es sehr interessant sein, die alte etruskische Stadt von Tarquinia zu besuchen. Nur fünf Kilometer ausserhalb des Zentrums von Tarquinia, in Richtung Monteromano, können Sie den Nervenkitzel zu Fuß erleben, zwischen den Ruinen der antiken Stadt, vor allem in der Nähe der Ruinen des größten etruskischen Tempels, bekannt „Ara della Regina“.

Einen lohnenden Besuch bietet die Altstadt von Tarquinia: dreizehn vollständig erhaltene Türme, enge Straßen und Gassen mit schöner Architektur, sowie viele romanischen Kirchen prägen das Altstadtbild. Man sollte es nicht versäumen die Kirchen S. Maria di Castello und S. Martino zu besuchen. Tarquinia bietet eine atemberaubende Aussicht, vor allem bei Sonnenuntergang, wenn sich das Rot der untergehenden Sonne in das Blau des Meeres übergeht. In der Ferne sind die nahegelegene toskanische Inselgruppe und der Monte Argentario zu erkennen.